ROBERT MONTGOMERY// REVUE MAGAZINE

2013 Revue magazine

‘Ghosts Inside’ Interview with Rabea Edel

REVUE- Magazine for the next society, Pg 48- 59, Heft 13, Sommer 2013

 

 

PIA DEHNE // Project Blue Book // SOLO show @ Potsdamerstr. 98a

MARKUS KEIBEL// Book Launch ‘Distanz’ 2013

PROJECT BLUE BOOK// PIA DEHNE// a solo exhibition @ Potsdamerstrasse 98a

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AJLart

Potsdamerstrasse 98a, 2nd courtyard, 10785, Berlin

OPENING Friday November 15th 6-10pm

Exhibition continues until December 21st 2013.

(ENGLISH BELOW)

Zwischen 1947 und 1969 sammelt die U.S. Air Force unter dem Namen „Project Blue Book“ Berichte zu UFO-Sichtungen in den Vereinigten Staaten. Während dieser 22 Jahre werden insgesamt 12.618 Nachrichten zusammengetragen, mit dem abschließenden Ergebnis, dass es sich in der Regel um die Fehlinterpretation von Naturphänomenen, normalen Flugzeugen oder um eine milde Ausprägung von Massenhysterie gehandelt habe.

Pia Dehnes (*1964) neue Serie von Zeichnungen und Gemälden sind von der irreführenden Wahrnehmung dieser UFO-Sichtungen inspiriert und die historische Basis, das Verhältnis von Kunst und Metaphysik in den Kontext einer zeitgenössischen Bildsprache zu übertragen. Der Großteil von Dehnes Malereien stellen Luftaufnahmen der Erde dar, die von einer silbernen Form überlagert werden und auf die der Betrachter somit gottgleich aus einer erhabenen Perspektive blickt. In den, mittels der partiellen Versilberung des Bildgrunds, verspiegelten Oberflächen; in den Scheiben, Flecken oder Punkten, manifestiert sich die Möglichkeit eines nicht identifizierbaren Flugobjekts. Seine schimmernde Gestalt vermittelt den Eindruck eines Zugangs in eine andere Realität, jenseits der erfahrbaren und sichtbaren Wirklichkeit. Dehnes Zeichnungen mit Graphitstift auf schwarzem Papier besitzen eine dazu ähnlich irritierende visuelle Vernebelung gegebener Materie und Gestalt, als ob sich Nachbilder aus Traum oder Erinnerung in die Gegenwart einfügen: „Ich beschäftige mich mit Bildern, die Teil unseres kollektiven Bewusstseins sind, ohne dass diese Bilder jemals auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft worden wären, und es interessiert mich auch, warum sie zum Bildreservoir der Gesellschaft gehören. Wie kann es sein, dass sie sich in unseren Köpfen derart stark verankert haben und damit Teil unserer Realität geworden sind?“ (Pia Dehne)

Pia Dehnes „Project Blue Book“ schließt sich nahtlos an ihre Arbeiten an, die zum Thema Camouflage entstanden sind, wenngleich sie nun die malerische Umkehrung zum Subjekt der Täuschung unternimmt. Beschreibt der Begriff der Camouflage das bestmögliche Anpassen des eigenen Erscheinungsbilds an die Umwelt zur Tarnung und Täuschung eines natürlichen Feindes, stellt ein vermeintlich identifiziertes UFO hingegen Täuschung und Realität in sich selbst dar. Sind Dehnes Camouflagen im weiten Feld der optischen Illusion, die zwischen Abstraktion und Hyperrealismus oszilliert, Werke, deren Motive aus unterschiedlicher Distanz betrachtet darüber täuschen, was Form und Inhalt des Bildes ist, leitet das Thema „Project Blue Book“ in den Bereich der paranormalen Phänomene über, die sich in der Idee von Göttern oder Geistern, in der Vorstellung unsichtbarer Kräfte und Paralleluniversen etc. zwar der naturwissenschaftlicher Erklärung entziehen, trotzdem nicht zu negieren sind. Damit geht es auch um die Qualität der menschlichen Wahrnehmung, die sich eher durch rationale Kriterien beschränken lässt, als dass die weitreichenden Fähigkeiten des menschlichen Geistes statt dessen weiter ausgebaut und genutzt würden.

Kennzeichnete die Camouflage Serie den malerisch kalkulierten Umgang mit dem Verhältnis von Figur und Grund, indem Dehne in ein detailliert ausgearbeitetes abstraktes Flächenmuster, gleich Suchbildern, figurative Elemente integrierte, sind die neuen Malereien von einem transluzenten Licht und von Kontrast und Wechsel zwischen offenen Farbfeldern und fokussiertem Detail bestimmt. Pia Dehne entwickelte ihr künstlerisches Schaffen aus dem kryptologischen Malstil der Düsseldorfer Kunstakademie, an der sie bei Markus Lüpertz zwischen 1984 und 1988 studierte und als Meisterschülerin abschloss. 1999 zog sie nach New York und lebt mittlerweile in den Catskills, Upstate New York. Ihre Werke wurden in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt, u.a. bei Deitch Projects 2004 („Naked City“) und 2008 („Country Life“) sowie bei Blackston 2010 („Eve of Destruction“) und 2011 in der Charles Banks Gallery unter dem Titel „Vanishing Act“. Die Ausstellung „Project Blue Book“ ist seit 10 Jahren die erste Ausstellung von Pia Dehne in Deutschland bei AJLart.

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Project Blue Book was the U.S. Air Force name for an investigation into ufo sightings between 1947 and 1969.  By the time it ended in 1969, the project had documented 12,618 UFO reports, concluding that most were either misidentifications of natural phenomena and conventional aircraft or a mild form of mass hysteria.

Inspired by the perplexing history of these UFO sightings, Pia Dehne’s new series of drawings and paintings explores the relationship between art and metaphysics with contemporary visual language.  In the majority of these paintings, aerial shots place the viewer, godlike, high above scenes of the earth overlaid with silver discs.  These silver-gilt discs in their reflectivity invoke the possibility of an unidentified flying object.  Their shimmering silver surfaces insinuate an entrance into a realm beyond both human experience and visible reality.  Similarly, Dehne’s graphite drawings on black paper cloak her ideas and shapes in mystery, as if inserting memories or flashbacks from a dream into the present.  Dehne explains, ”This is an exploration of images that are part of our collective consciousness without any of these images having been proved to be real.  I am also interested in how and why such images exist in our society.  For example, why is it that they have such a strong imprint in our minds that they have become part of our reality?”

The new subject of UFOs in Dehne’s work connects seamlessly with her previous camouflage-themed work, although with these UFOs she has changed her painterly theme to deception within the subject.  If camouflage describes the best possible meshing of one’s own appearance with the environment in order to deceive a natural enemy, an encounter with UFOs can be understood as deception and reality at once.  Dehne’s camouflage works represent optical illusion that moves between abstraction and hyperrealism, mingling form and content as they are viewed from various distances.  The UFO theme shifts this exploration to the realm of the paranormal, where gods, spirits, invisible powers and parallel universes escape the grip of scientific explanation yet cannot be denied. Thus she addresses the quality of a human perception still limited by the rational — a perception that has yet to encompass the expansive capabilities of the human mind.

Her earlier camouflage series is marked by a calculated painterly consideration of the relationship between figure and ground whereby she integrates a detailed abstract pattern with figurative elements. In comparison this new work seems determined by a translucent light and the contrast and play of open color fields and focused detail.  Dehne developed her artistic work from the cryptological style of the Düsseldofer Kunstakademie, where she received her Master Degree, studying with Markus Lüpertz between 1984 and 1988. In 1999 she moved to New York City and currently lives in the Catskills region of upstate New York.  Her work has been the subject of several group and solo exhibitions in New York including her first solo show, Naked City in 2004 at Deitch Projects, plus Country Life in 2008, and Eve of Destruction in 2010 at Blackston, and most recently Vanishing Act at Charles Banks Gallery in 2011.

Project Blue Book at AJLart is the first exhibition of Pia Dehne’s work in Germany in 10 years.

Press Release- AJLart_Dehne_Deutch

Press Release- AJLart_Dehne_English

STILL LIFE / OLAF HAJEK // SOLO EXHIBITION @ POTSDAMER STR. 98A (2. COURTYARD)

 

PRESSEMITTEILUNG: OLAF HAJEK – STILL LIFE

AJLART zeigt OLAF HAJEK – STILL LIFE in der Potsdamerstr. 98a, 2. Hinterhof, 10115 Berlin Mitte.

Eröffnung: 11. Oktober 2012 // 18-22 Uhr

Ausstellung: 12. Oktober – 9. September // Dienstag bis Samstags jeweils 14-18 Uhr und nach Vereinbarung

Unter dem Titel „Still Life” zeigt AJL Art neue großformatige Werke sowie Zeichnungen des Künstlers Olaf Hajek (*1965, Rendsburg). Parallel zu seinem erfolgreichen illustrativen Schaffen entwickelte Hajek über die letzten Jahre hinweg ein stringentes malerisches Oeuvre, in welchem er Einflüsse aus der europäischen Kunstgeschichte sowie aus seinem Interesse an der Kunst außereuropäischer, insbesondere afrikanischer und lateinamerikanischer Kulturen verarbeitet hat. Seine Serien der „Flowerheads”, der „Portraits” sowie der „Black Antoinette” kennzeichnet ein starker Kolorismus, der in Verbindung mit feingliedriger Binnenzeichnung zu flächigen, expressiven Metamorphosen des menschlichen Antlitz’ und Körpers führten.

In seinen neuen Werken treten nun bildräumliche Überlegungen hinzu, indem Hajek seine formalisierten Bildelemente in einen ebenso formalisierten Raum setzt, dessen grundlegende, perspektivisch verzogene Struktur wiederholt in den einzelnen Gemälden auftaucht, jedoch in jedem Bild anders inszeniert und ausgearbeitet wird. Dieser immer gleich angelegte aber verschiedentlich eingerichtete Bühnenraum dient somit als je andere Kulisse für Szenerien, die trotz ihrer Buntheit, ihren ineinander verwobenen Akteuren sowie einer Vielzahl von Attributen teilweise leer, teilweise wie erstarrt oder eingefroren wirken. Ähnlich den italienischen Künstlern der „Pittura metafisica” verfolgt Hajek auch in der Serie der „Still Life” die bildhafte Synthese mehrere Realitätsebenen, als würde es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, Wachzustand und Traum, Gestern, Heute oder Morgen geben. Statt dessen zeigt er in seinen Stillleben eine Welt, in der die menschliche Vernunft und Logik teilweise oder ganz außer Kraft gesetzt sind, obgleich in den fremdartigen Bildräumen des Künstlers Raum und Zeit, gemäß unserer Vorstellung, durchaus existieren.

Hajeks Interesse für das Rollenspiel, den Wechsel von Habitus und Identitäten mittels Maskerade und Kostüm, kommen zudem in seinen neuen Werken genauso zum Tragen wie sein Spiel mit Proportion und Dimensionssprüngen. So steht eine kleine Figur neben einer riesenhaften Vase („Bigflower”, 2013) oder ein einzelnes hellgrünes großes Blatt hängt wie ein Medaillon an einem quer über den Bildraum gespannten ebenso grünen Band und steht mit dem dahinter liegenden Blumenarrangement in kontrastreicher dimensionaler Spannung („Still Life II”, 2013).

Durch seine subjektiv motivierte Ikonographie schafft Hajek eine irritierende Verästelung scheinbar einfacher und identifizierbarere Objekte, Situationen oder Prospekte. Er erreicht in seinen Bildern eine irrlichternde Sicht auf die Welt im malerischen Changeant von konkreter Form und undefinierbaren, unerklärlichen Zuständen und Zusammenhängen. Hajeks „Still Life” besitzen eine ganz eigene, in sich schlüssige wenngleich nicht zu entziffernde Bildwahrheit. Insofern setzt er auch die Tradition jener Künstler fort, deren Werk sich auf dem schmalen Grat von Realismus und Imagination bewegte.

BJÖRN WALLBAUM – LIFE ON AUTOFOCUS // SOLO EXHIBITION @ POTSDAMERSTR. 98a 2.HH


THRILL, FUN & NOTHINGNESS // PIETRO SANGUINETI / SOLO EXHIBITION @ SCHRÖDERSTR. 14


der doiÇe wolf ist tot // MARIA GIMENEZ / SOLO EXHIBITION @ POTSDAMER STR. 98A / 8.AUGUST

AND NOW WE COME ALL HOT PURSUIT // WILL KEMPKES / SOLO EXHIBITION @ FORUM FACTORY

GUNST DER GEZEITEN // BETTINA EBEL / SOLO EXHIBITION